Tischlein entdecke dich!
Das Projekt begleitete die Umgestaltung einer Schulmensa in einer Grundschule in Friedrichshain. Die Schule, ein Standard-Plattenbau aus DDR Zeiten, wurde seit November 2009 umgebaut. In dem Zuge wurden in den Workshops Gestaltungsvorschläge und Wünsche der Nutzer/-innnen spielerisch erarbeitet und gesammelt.
Mit Hilfe der verschiedenen Werkstätten wurde das Thema Essen und Essensraum immer wieder anders erfahrbar gemacht. Durch die Beteiligung der unterschiedlichen Gruppierungen, wie Schüler/-innen, Eltern, das Lehrpersonal, Küchenpersonal sowie der beauftragte Architekt, entstand eine lebendige Auseinandersetzung und es wurden partizipative Entscheidungsfindungsprozesse angeregt.
Das Essen und der zugehörige Raum wurden zu einem Thema. Das Projekt gab Impulse und löste einen Dialog zwischen den verschiedenen Gruppier-
ungen aus. Die neue Schulmensa soll zu einem Ort des Austausches und Kommunizierens werden und ein neues Gesicht erhalten. In der Neugestaltung erhält die Mensa ein zusätzliche Funktion: Ein Raum, in dem Informationen und schulische Ausstellungen gezeigt und ausgetauscht werden.
In 5 Werkstattmodulen wurde fachübergreifendes Lernen und partizipatives Handeln erprobt.
Modul 1: Ideenwettbewerb und Modellbauwerkstatt
„Kann man hier auch Picknick machen?“ – 3b
Modul 2: Videoküche
I: „Kochen ohne Küche“ – 3a
II: „Kann man Sushi essen?“ – 4a+4b
Modul 3: Kollektive Zeichnung
„Tische Decken“, 5 Klassen von 1-5
Modul 4: Interaktionen
I Essen verbindet: „Dinner für das Personal“ – 3b
II „Das macht man mit links!“ – 5c und Lebenskunde Gruppe 5b
III „Tische rücken“
Modul 5: Sommerfest-aktion
„Kanapees: Gemüse-Sofas“
Modul 6: Ausblick
„Auf den Tisch des Hauses“ und „Verzehr- Kino“
Modul 1 :
Ideenwettbewerb und Modellbauwerkstatt
„Kann man hier auch Picknick machen?“
eine 3. Klasse erforscht die Mensa. Ausgestattet mit Zollstöcken, Bleistiften,
Zeichenbrettern und Papier analysierten die Schüler/-innen die Situation, die
Stimmung und die Funktion des Raumes.
Sie vermaßen alle Wände, Winkel und Gegenstände im Raum und fertigten
Skizzen für eine neue Ausstattung an.
In der Modellbauwerkstatt wurden Möbel als Stegreifentwurf in Form von
Miniaturmodellen aus Pappe, Knetmasse und anderem Material entworfen.
Der Workshop wurde an 6 Tagen in Teilungsgruppen durchgeführt.
Modul 2
Videoküche I:
„Kochen ohne Küche“
Zum Unterrichts-Thema Steinzeit entstanden 4 kurze Filmsequenzen, die sich
mit der Essenszubereitung in der Steinzeit befassten.
In einem ersten Schritt beschäftigten sich die Schüler/-innen im Unterricht
mit dem Thema Steinzeit. Dann wurden in Gruppenarbeit Szenen entworfen
und für die anstehenden Filmaufnahmen ein Drehbuch geschrieben und ein
Storyboard gezeichnet.
Jeder Schüler/-in fertigte ein Hintergrund- oder Szenenbild an.
Es wurden Szenen entwickelt, geprobt, ausgestattet und dann vor einem
blauen Hintergrund aufgenommen.
Am Rechner wurden Szenen und selbstgemalte Hintergrundbilder mit Hilfe
des BlueBox-Verfahrens montiert. Die Videos wurden im Klassenraum und in
der Mensa gezeigt.
Videoküche II
„Kann man Sushi essen?“
In Ergänzung zu den “Reportagen aus unserer Vorstellung” erforschten wir
mit der Video- und Fotokamera auch andere Küchen im Kiez. Zunächst wurden
potentielle Orte im Internet recherchiert.
Auf unseren Exkursionen wurden ein im Imbiss um die Ecke, Restaurants
verschiedener Nationalitäten, die DB Kantine und eine andere Schulmensa
besucht. Es entstanden Reportagen aus dem Kiez, die einen Einblick bieten
in verschiedene Esskulturen. In Anlehnung an das Unterrichtsthema Europa
entstanden Reportagen, die die internationalen Einflüsse auf die gastronomische
Szene auf den Kiez spiegelten.
Die Schülergruppen stellten sich gegenseitig ihre Reportagen vor.
Das Ergebnis dieser künstlerisch-medienpädagogisch angelegten Forschung
wurde in Wandzeitungen veranschaulicht.
Modul 3
Kollektive Zeichnungen
„Tische decken“
An einem langen Tisch in der Mensa standen den Kindern viele Teller-Schablonen
und Foto-Vorlagen zum Durchzeichnen und -malen auf einer langen
Transparentpapier-Rolle zur Verfügung.
Im Klassenverband kamen die Kinder und stellten sich ihr eigenes Menü
zusammen: lecker oder lustig, bunt oder reduziert, ganz nach Geschmack.
Als Ergebnis entstanden lange „Tischdecken“, mit denen wir den Raum dekorierten:
in diesem Falle die Fenster.
An den Workshops nahmen 6 Klassen aller Jahrgangsstufen teil.
Modul 4
Interaktionen I, “Diner für das Personal”
Eine 3.Klasse bereitete unter Anleitung des Profi Koches, Martin Christel,
ein Diner für das Küchenpersonal, die Lehrerinnen und die Schulleitung zu.
An einem Ort, an dem sonst in möglichst kurzer Zeit ein vorbestelltes Essen
hinter sich gebracht wird, wurde die alltägliche Situation umgekehrt. Die Kinder
“bedienten” die Erwachsenen und bestimmten damit gleichzeitig mit,
was wie auf den Tisch kommt. Sie lernten für ein Essen zu planen, vorzubereiten
und Teil eines Teams mit verschiedenen Aufgaben zu sein.
Die Zubereitung, Inszenierung und Zelebrierung des Essens wurden von den
Teilnehmern selbst fotografisch dokumentiert. Das gesamte Happening
wurde als Diaschau in der Mensa gezeigt.
Das Menü bestand aus drei Gängen: Gemüse-Bündchen in Rettich,
Klare Tomatensuppe mit hausgemachten Kräuter-Käse-Ravioli, Panna Cotta
mit Orangenfilets und Orangensauce
Auch in die Kunst des Servierens wurden die Schüler/-innen eingeführt.
Interaktionen II:
„Das macht man mit links!“
pantomimische Erforschung von Essverhalten und Situationen rund ums
Essen – in Zusammenarbeit mit Gabriele Buchalle, Pantomimin.
Nach einigen pantomimischen Übungen entwickelten die Schüler/-innen
kurze Szenen zum Thema Essen und präsentierten sie vor der Kamera.
Das Video wurde in der Mensa gezeigt.
Interaktionen III:
“Tische rücken”
Mit Hilfe der Modelle aus der Modellbau-Werkstatt wurden mögliche und
unmögliche Positionen des Mensa-Mobiliars gestellt.
Außerdem gab es die Möglichkeit neue Tischplatten- Muster zu entwerfen.
Aus den einzelnen Fotos entstand ein Trickfilm. Dieser wurde in der Mensa
gezeigt.
Modul 5:
“Kanapees: Gemüse-Sofas”
Während des Sommer Schulfestes gab es eine offene Station, an der die
Besucher des Festes aus Lebensmitteln, Gemüse und Brot, eigene Miniatur
Modelle bauten. Anschließend wurden die Gebilde verzehrt.
Das Projekt wurde durch den Projektfonds kulturelle Bildung, Kulturamt Friedrichshain gefördert.












